Am 30. Juni 2026 eröffnete das Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz das Konkursverfahren über die EET - Efficient Energy Technology GmbH, Aktenzeichen GZ 27 S 115/26b. Für Käufer eines SolMate ändert das mehr als eine Zeile im Impressum. Der Geschäftsbetrieb ist eingestellt, Service und Garantie laufen über einen Insolvenzverwalter, und die österreichische Cloud soll mittelfristig abgeschaltet werden. Genau in diese Lage führt die Erfahrungsspur, die sich aus Nutzerberichten und Testdaten ergibt.
Für diesen Text wurden 22 ausgewertete YouTube-Transkripte aus deutschen Solar- und Balkonkraftwerk-Kanälen gesichtet, dazu ein Reddit-Thread aus r/Balkonkraftwerk vom November 2025. Der Konkursrahmen stammt aus der Insolvenzmitteilung des KSV1870, der Berichterstattung von brutkasten und der Fallübersicht von balkon-kraftwerk.at. Keine Herstellerwerbung, keine Wunschbilder.
SolMate oder Eastern European Time: erst mal sortieren
Wer heute nach EET SolMate sucht, landet erstaunlich oft bei Zeitzonen und einem IT-Distributor. Das Kürzel ist schuld, nicht das Produkt. EET steht im Netz zuerst für Eastern European Time, also die Osteuropäische Zeit mit UTC+2, und für die EET Group, einen Distributor für IT-Infrastruktur. Gemeint ist hier ein anderer Betrieb: die EET - Efficient Energy Technology GmbH aus Graz, ein 2017 gegründetes Spin-off der TU Graz.
Was ist EET SolMate also? Ein Batteriespeicher, der zwischen Solarpanel und Haushaltssteckdose hängt, den Überschuss der Balkonmodule zwischenspeichert und ihn später ins Hausnetz abgibt. Der Anspruch war von Beginn an, ohne Elektriker auszukommen. In einem Video der B&C-Gruppe steht Mitgründer Christoph Grimmer in der Fertigungshalle in Graz Puntigam und formuliert das Ziel so:
SolMate ist ein Photovoltaik- und Speichersystem für jeden Haushalt, mit dem jeder und jede 25 Prozent des eigenen Strombedarfs selbst zu Hause produzieren kann.
Diese 25 Prozent sind das Versprechen, an dem sich alles messen lassen muss. Ob die dritte Generation es eingelöst hat, hängt an Software, Service und Preis.
Was der SolMate 3 technisch verspricht
Der SolMate 3 kam 2025 auf den Markt und ist die bislang letzte Generation. Laut dem Fachmedium connect steckt darin ein LiFePO4-Akku mit 2,5 kWh, rund ein Kilowatt mehr als im Vorgänger. Die Einspeisung regelt die patentierte SolBrain-Technologie, die den Haushaltsverbrauch über die Steckdose erfassen und die Leistung in Echtzeit anpassen soll, ohne zusätzlichen Smart Meter. Zwei Notstrom-Steckdosen, bidirektionales Laden aus dem Netz und die MySolMate-App gehören zum Paket. Der Einstiegspreis lag bei 1.149 Euro, die Auslieferung sollte im September 2025 starten, Frühbesteller bekamen 15 statt der üblichen 10 Jahre Garantie.
EET hat den Aufbau in einem eigenen Video auf eine Formel gebracht:
Du brauchst nur zwei Stecker. Einen verbindest du mit deinen Solarpaneelen, den anderen mit einer beliebigen Steckdose in der Wohnung. Das war’s.
Was in den ausgewerteten Quellen auffällt: Kaum jemand zweifelt die Grundidee an. Die Skepsis hängt fast immer an Software, App und Service. Ein Testbericht von heise vom April 2024 lobte die einfache Inbetriebnahme und die Speicherunterstützung bei wechselnder Bewölkung. Der Kommentarbereich und spätere Nutzerberichte zeichnen ein anderes Bild.
Was Nutzer wirklich erlebt haben

Der ausführlichste Community-Bericht stammt aus r/Balkonkraftwerk vom 13. November 2025. Der Nutzer schneggelsche listet darin Punkt für Punkt, was ihn am SolMate 3 stört:
Die Idee gefällt mir, aber im Alltag häufen sich Punkte, die das System für mich aktuell unattraktiv machen. Die „intelligente“ Steuerung funktioniert nicht. Messfehler führen dazu, dass Empfehlungen und Automatikmodi im Alltag wenig taugen.
Konkret nennt der Beitrag ein Gewicht von 43 Kilogramm ohne Griffmulden, fehlende Erweiterbarkeit, ein ignoriertes Einspeiseprofil, keine Shelly-Anbindung, das 800-Watt-Limit hinter dem Wechselrichter und einen Rückversand, der 165 Euro kosten soll. Ein zweiter Nutzer bestätigt die Kritik aus eigener Erfahrung:
Ich habe einen Solmate 3 und kann ALLE Kritikpunkte oben bestätigen, zusätzlich noch fehlende Griffe und eine bei jeder zweiten Bewegung abfallende magnetische Abdeckung an der Seite. Der Support ist mitfühlend, aber kann keins der reporteten Probleme lösen (oder auch nur verbessern).
So eindeutig, wie es auf den ersten Blick wirkt, ist die Sache allerdings nicht. Im selben Thread bezweifeln mehrere Nutzer, dass der Ausgangsbeitrag echt ist. Der Kommentar von later_or_never bringt es auf drei Wörter:
AI Texte nerven.
Ein weiterer Nutzer, I_am_Nic, weist darauf hin, dass der Account sonst keine Aktivität auf Reddit zeigt und der Beitrag gegen einen einzelnen Hersteller zielt. Zwei Dinge lassen sich daraus ableiten: Einerseits ist der Beitrag kein unabhängig geprüfter Test, andererseits deckt sich die Beschreibung der SolBrain-Fehler mit dem, was ein zweiter Besitzer berichtet. Die Kritik an der Steuerung bleibt damit stehen, die Dramatik des Originalposts gehört zur Vorsicht dazu.
Einen freundlicheren, aber dünneren Praxisbericht liefert der Kanal Atzberger, ein Elektriker, der sich bewusst für das EET-Set entschieden hat:
ich habe mich für das balkonkraftwerk von der Firma eet entschieden warum weil da auch ein Speicher dabei ist der Speicher sollmate ja und um das geht’s in diesem Video
Ein einzelner Kanal, keine Serie. Genau hier zeigen die Daten ihre Grenze: Die Community-Datenlage zu diesem Produkt ist schmal, und die wichtigste Quelle ist ein Thread mit sieben erfassten Beiträgen.
Der Konkurs vom 30. Juni 2026 und seine Folgen
Am 26. Juni 2026 beantragte EET ein Konkursverfahren am Landesgericht Graz, am 30. Juni wurde es eröffnet. Das geht aus der Insolvenzmitteilung des KSV1870 hervor. Zum Insolvenzverwalter bestellte das Gericht die Kohlfürst Rechtsanwalt GmbH, die Anmeldefrist lief am 1. September 2026 ab, die Prüfungstagsatzung war für den 15. September 2026 angesetzt. Nach Angaben des KSV1870 stehen Aktiva von 341.000 Euro Passiva von rund 1,078 Millionen Euro gegenüber, dazu Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern von etwa 5,3 Millionen Euro. Eine Fortführung hielt das Unternehmen laut Insolvenzantrag wegen fehlender Einnahmen nicht für zweckmäßig.
Der Tech-Blog brutkasten ordnet den Fall ein: 2023 hatte EET eine Series-A-Runde über rund 6,5 Millionen Euro abgeschlossen, 2024 kam das Unternehmen wegen Lieferkettenproblemen und Preisdruck ins Straucheln, im Herbst 2025 folgte die Neuausrichtung auf die Lizenzierung der Virtual-Meter-Technik. EET selbst informiert auf der eigenen Website über die Einstellung des Geschäftsbetriebs.
Für Besitzer verschiebt sich damit die zentrale Frage. Aus einem Softwareproblem wurde ein Haltbarkeits- und Supportproblem. Wer eine offene Forderung oder einen Garantiefall hat, kommt am Insolvenzverwalter nicht mehr vorbei. Die Anmeldefrist ist abgelaufen, Nachmeldungen sollten Betroffene direkt mit dem Verwalter klären. Wer nur die Hardware zu Hause stehen hat, besitzt ein Gerät ohne Hersteller-Rückendeckung.
Spannungsfeld: Einfachheit gegen Smart-Home-Ansprüche
Zwei Nutzergruppen treffen beim SolMate aufeinander, und genau darin liegt die Spannung. Die eine will einen Speicher, der einfach läuft: anstecken, vergessen, Strom sparen. Die andere erwartet offene Schnittstellen, Shelly-Anbindung, dynamische Stromtarife und eine API. EET hat auf die erste Gruppe gezielt, SolBrain sollte den Verbrauch ohne Smart Meter schätzen. Die zweite Gruppe wurde damit nicht bedient, und der Reddit-Thread zeigt, wie laut diese Enttäuschung ausfallen kann.
Wie anspruchsvoll die zweite Gruppe denkt, beschreibt ein erfahrener Bastler aus einem der ausgewerteten Videos:
ich habe mittlerweile knapp 2 Jahre Erfahrungen im Aufbau von balkonkraftwerken mit Speicher gesammelt mein Ziel war immer die Grundlast eines Hauses oder einer Wohnung auch in der Nacht abdecken zu können
Grundlast in der Nacht, das ist eine andere Anforderung als das, was ein Plug-and-Play-Gerät mit 800 VA einphasig leisten kann. Die heise-Redaktion hat in ihrer Speicher-Bestenliste die physikalische Grenze dokumentiert: EET beschreibt den SolMate demnach selbst als ein Gerät, das nur auf einer Phase einspeist und auch nur eine Phase misst. In einem Dreiphasen-Haushalt bleibt ein Teil des Verbrauchs damit unerreicht. Das ist kein Bug, sondern eine Konstruktionsentscheidung. Es erklärt aber, warum manche Nutzer von falschen Verbrauchswerten sprechen.
Zum Vergleich: Das schwache WLAN-Signal, das der Kanal Stagediver beim Marstek Venus A beschreibt, zeigt, dass solche App-Probleme kein EET-Spezialfall sind.
Punkt Nummer 1, der Marstek hat extrem schlechtes WLAN Signal.
Wer mehr als die Grundidee will, muss also genauer hinschauen. Die Frage ist, ob sich der Aufpreis für mehr Technik überhaupt rechnet.
Rechnet sich ein Balkonkraftwerk-Speicher überhaupt?

Die Rechnung hängt an drei Größen: Anschaffungspreis, vermiedener Netzbezug und der Anteil des Solarstroms, den der Haushalt selbst verbraucht. EET bewarb den SolMate 3 mit einer Mehrersparnis von bis zu 260 Euro pro Jahr gegenüber einem Balkonkraftwerk ohne Speicher, so steht es in der Übersicht von balkon-kraftwerk.at. Diese Zahl ist eine Herstellerangabe und keine unabhängige Messung. Sie sei als Werbeversprechen eingeordnet, nicht als Ertragsgarantie.
Was tatsächlich möglich ist, zeigt ein Praxisbeispiel aus einem ausgewerteten Video. Der Kanal Sonne Frei Haus hat im Alltag mitgeschnitten, was Lastverschiebung bringt:
Wären schon 75 € die ihr eingespart hättet. Jetzt innerhalb von vier Monaten.
75 Euro in vier Monaten, das sind grob 225 Euro im Jahr. Der Betrag fällt aber nicht automatisch an. Er setzt voraus, dass Waschmaschine, Spülmaschine und Ladezeiten tatsächlich dann laufen, wenn der Speicher voll ist. Genau das ist der Unterschied zwischen Datenblatt und Haushalt. Bei einem Einstiegspreis von 1.149 Euro und 225 Euro Jahresersparnis läge die Amortisation rechnerisch bei rund fünf Jahren, und zwar unter günstigen Bedingungen. Wer tagsüber außer Haus ist und keine Verbraucher verschieben kann, kommt deutlich schlechter weg.
Der Kaufberater Kanal bringt das Marktgefüge auf den Punkt:
Das beste Balkonkraftwerk mit Speicher kostet nicht automatisch 2000 € und das teuerste Modell auf dem Markt landet bei mir heute nicht mal auf Platz 1.
Teuer heißt also nicht besser. Für SolMate-Interessenten kommt 2026 eine zweite Verschiebung hinzu: Es gibt keinen laufenden Vertrieb mehr, also auch keinen Listenpreis, an dem sich ein Kauf messen könnte. Wer heute einsteigen will, vergleicht stattdessen verfügbare Speicher anderer Anbieter. Ein Blick auf die verfügbaren Balkonkraftwerk-Speicher auf Amazon mit dem Partner-Tag bloggi-21 hilft bei der Preisspanne, ersetzt aber nicht den Kompatibilitätscheck.
Speicher-Check in drei Schritten
Beantworte die drei Fragen. Die Auswertung erscheint sofort.
Wer auf ein funktionierendes System angewiesen ist, sollte die Amortisation nicht schönrechnen. Ein Speicher ist ein Komfortkauf mit Sparpotenzial, keine sichere Rendite.
Was SolMate-Besitzer jetzt tun sollten
Für Bestandsgeräte gilt: Der Akku arbeitet lokal weiter, aber die österreichische Cloud steht laut EET vor der Abschaltung. Wer den SolMate nach dem Aus der App steuern will, sollte den Zugang über das lokale Browser-Interface jetzt testen und sich nicht darauf verlassen, dass die App dauerhaft funktioniert. Seriennummer, Kaufbeleg und Ticketnummern gehören in eine Datei, bevor im Garantie- oder Schadensfall niemand mehr erreichbar ist.
Offene Forderungen laufen über den Insolvenzverwalter, nicht über den früheren Kundendienst. Die gerichtliche Anmeldefrist ist am 1. September 2026 abgelaufen. Ob eine Nachmeldung noch möglich ist, hängt vom Verfahrensstand ab und lässt sich nur mit dem Verwalter klären. Ein Anspruch auf eine Reparatur oder einen Austausch besteht nach der Abwicklung realistisch nicht mehr.
Wer neu kauft, hat mit EET nichts mehr am Hut. Stattdessen zählt die Kombination aus Wechselrichter, Speicher und App. Drei Punkte gehören vor den Kauf: Passt die Leistung zum eigenen Modul-Set, ist der Anbieter wirtschaftlich stabil, und lässt sich der Speicher ohne Cloud betreiben? Gerade der letzte Punkt trennt heute brauchbare von riskanten Geräten.
Ein letzter Hinweis, der oft untergeht: Ein Speicher schützt nicht vor Netzausfall, solange die Notstromfunktion fehlt. Wer damit wirbt, sollte den Notstromtest im Datenblatt suchen, nicht im Marketingtext.
So sind diese Daten entstanden
Ausgewertet wurden 22 YouTube-Transkripte aus deutschen Solar-, Elektro- und Balkonkraftwerk-Kanälen. Darunter EET - Efficient Energy Technology, Atzberger - Dein Elektriker, Stagediver, Kaufberater Kanal, Sonne Frei Haus, PV&E, B&C-Gruppe, energiemagazin | Testberichte, PAPA FLASH und Michael Schmitt B.E.N. Hinzu kommt ein Reddit-Thread aus r/Balkonkraftwerk vom 13. November 2025 mit sieben erfassten Beiträgen. Die Produktdaten stammen aus connect.de, dem heise-Testbericht zum SolMate und der heise-Bestenliste für Balkonkraftwerk-Speicher.
Die Insolvenzdaten beruhen auf der Mitteilung des KSV1870, der Berichterstattung von brutkasten, der Fallübersicht von balkon-kraftwerk.at und der Einstellungsmitteilung auf eet.energy.
Peer-Review-Studien gibt es zu diesem Thema keine, es handelt sich um ein technisches Produkt und nicht um eine medizinische Frage. Aggregierte Bewertungsdaten von Trustpilot oder Google Reviews lagen nicht vor, deshalb enthält der Text keine externen Scores. Der Reddit-Thread ist ein Einzelfall und wird im Thread selbst angezweifelt. Die SERP-Analyse zum Keyword war stellenweise von Zeitzonen-Treffern überlagert, die als Eastern European Time nichts mit dem Produkt zu tun haben. Diese Gaps wurden deshalb nur zur Abgrenzung aufgegriffen und nicht als eigene Themen behandelt. Preisangaben beziehen sich auf den Marktstart 2025. Stand: 10. Oktober 2026.
Die Produktauswahl in den Affiliate-Bereichen folgt den ausgewerteten Testberichten und Nutzerdaten, nicht der Provision.
Häufige Fragen
Die folgenden Fragen tauchen in den ausgewerteten Quellen auf und wurden im Text noch nicht im Detail beantwortet.
